Tradition

Wenn am 14. Mai im Moosburger Sparkassen Park elf Nationalhymnen erklingen und mehr als 90 Jugendmannschaften in die moderne Sportanlage in der Dreirosenstadt einlaufen, dann wird vor allem ein Mann das Geschehen am Rande mit stolz geschwellter Brust verfolgen. Isidor Held hatte bereits zur Jahrtausendwende die vom Eurosport-Ring (ESR) ins Leben gerufene Großveranstaltung an die Isar geholt. Heuer trifft sich die Jugend Europas am Pfingstwochenende bereits zum elften Mal in Moosburg. Ein Ereignis, das man ruhigen Gewissens fast schon als Lebenswerk des 62jährigen bezeichnen kann.

„Auch, wenn die Beteiligten nach den ersten fünf Jahren gerne auch mal vom Isi-Cup gesprochen haben, hat dieses Jugendturnier in Moosburg viele Väter“, relativiert der bescheidene Pensionär. „Als wir 2000 in Rimini mit unserer B-Jugend zum ersten Mal an einem ESR-Turnier teilgenommen haben, waren Rainer Knieper und der damalige Jugendleiter der SpVg. Moosburg, Ernst Dormeier, ebenfalls Feuer und Flamme.“ Und so gaben die drei wackeren Oberbayern noch am Abend des letzten Turniertages ihre Bewerbung zur Ausrichtung des Mega-Events in Moosburg ab.

An der Isar gab man sich anfangs noch bescheiden; waren die Vereine doch noch nicht so gut ausgestattet wie heute. Doch die Geburtshelfer gaben nicht auf. Sowohl beim FC Oberhummel als auch beim SC Wang zündete die Idee umgehend, und so standen den Organisatoren aus drei Vereinen zum ersten Isar Cup 2002 immerhin sieben Fußballplätze für die zehn Teams aus vier Ländern zur Verfügung. „Auch die Spielgruppenleiter Stefan Hany und Sepp Schmidt haben das Turnier von Anfang an unterstützt“, berichtet Held weiter. „Die waren damals für die zuständigen Einteiler für den Landkreis Freising.“

Nur drei Jahre später war das Teilnehmerfeld bereits auf mehr als 60 Mannschaften gewachsen; seit 2004 ist neben Real Bonau auch der TSV Moosburg beteiligt. Einen ersten Rekord erreichte man dann allerdings 2015, als JFG Team Moosburg und der FC Moosburg 74 Teams aus 7 Ländern im Sparkassen Park begrüßen durften. Im vergangenen Jahr wurden diese Zahlen vom TSV Moosburg und vom FCM sogar noch übertroffen.

„Das das Ereignis natürlich für die Stadt und Region von außerordentlich großer Bedeutung ist hat auch Anita Meinelt früh erkannt“, lobt Held. Und so gehört die Bürgermeisterin, ebenso wie Joseph Mühlberger, zu den eifrigsten Unterstützern auch auf kommunaler Seite.

Neben der Unterstützung durch die Stadt Moosburg, ist der Funke aber auch auf die alle Beteiligten übergesprungen. „Nach fünf Jahren waren wir organisatorisch schon fast amtsmüde“, weiß der ehemalige Jugendtrainer zu berichten; als man das Thema 2010 wieder aufgegriffen hat „standen plötzlich frühere Jugendspieler aus unseren Vereinen auf der Matte.“ Eine schöne Bestätigung für Held. „Für die Neuauflage 2010 hat er bei den Vereinen offene Türen eingerannt“, weiß FCM-Jugendleiter Michael Huber zu berichten. „Isi ist in der Stadt einfach eine Institution.“

Und auch beim Lokalenrivalen TSV Moosburg spart man nicht mit Lob. Man profitiere von der langjährigen Erfahrung Helds, „der das Projekt begleitet und immer als beratender Ansprechpartner zur Verfügung steht“, sagt Roland Koch. Nicht verwunderlich, dass Isidor Held erst vergangenen Oktober auch vom Eurosport-Ring für sein mittlerweile 15jähriges Engagement ausgezeichnet worden ist. Held: „Eine schöne Bestätigung. Allerdings mit Wermutstropfen.“

In der gesamten Zeit hatte Held mit Chris Smith beim ESR zusammengearbeitet, die Männer sich dabei auch angefreundet. Doch Smith ist vergangenes Jahr einer kurzen, schweren Krankheit erlegen. Ein Schock für Held und viele Weggefährten. Und obwohl er eine Träne kaum unterdrücken kann, lodert bei der Nachfrage zur Zukunft des Isar Cups in Moosburg zeitgleich auch wieder die Begeisterung in seinen Augen. Kein Wunder, ist ihm als 1954-iger Jahrgang die Fußball-DNA doch quasi in die Wiege gelegt worden.

Fotos: Lars Schmoldt